WM 2018: Was du als Betriebsrat alles regeln kannst.



Für Fußball-Fans startet jetzt in die heiße Phase - aber die bitterste. Denn einige WM-Spiele laufen genau während der Arbeitszeit. Aber natürlich gibt es hierfür klare Regelungen. Wie Betriebsräte in dieser Situation punkten können, erfahrt ihr hier.

*Der Artikel erschien ursprünglich in der direkt 06, dem Info-Medium für IG Metall-Betriebsräte.

Entschieden wird auf dem Platz – und im Betrieb. Jetzt geht es wieder ums Runde und ums Eckige. 32 Mannschaften kämpfen in insgesamt 64 Partien um den Weltmeistertitel. Und viele Beschäftigte möchten die WM auch am Arbeitsplatz sehen. Die gute Nachricht: In der Finalrunde finden bis zum Halbfinale pro Tag immer zwei Spiele statt, die jeweils um 16 und 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit angepfiffen werden. Die Halbfinalpartien beginnen um 20 Uhr und das WM-Finale (am 15. Juli) um 17 Uhr. Fußball gucken wird daher für viele Beschäftigte problemlos möglich sein – es sei denn sie arbeiten Schicht.

Die nicht so gute Nachricht: Während der Vorrundenphase, die ja oft für große Überraschungen sorgt, ist die früheste Anstoßzeit um 14 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Viele Spiele laufen um 16.00 und 17.00 Uhr und das letzte Spiel des Tages startet um 20 Uhr. Also oft genau in der Arbeitszeit.

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Was also tun, wenn die Spiele während der normalen Arbeitszeit stattfinden? Oder während der Schicht?

Kreative Lösungen gefragt!

Gleich vorab: Ihr habt keinen Anspruch auf eine andere Schicht, wenn ihr ein Spiel sehen wollt. Allerdings kann der Betriebsrat auf die Geschäftsleitung zugehen und die Arbeitszeiten im Einverständnis mit dieser fußball-freundlich ändern. Die Ausnahmen sollten sich nicht nur auf jene Tage erstrecken, an denen die deutsche

Nationalmannschaft spielt.

Schichten zu tauschen ist natürlich erlaubt. Denkbar sind Tauschbörsen. Dort können Fußballfans ihre Schicht mit Kollegen tauschen, die sich nicht für die WM interessieren. Oder ihr vereinbart, dass ein bestimmtes Team einen Teil der Zeit vor- oder nacharbeitet und gegebenenfalls mit Gleitzeit oder Mehrarbeit verrechnet. Während des Spiels wird die Arbeit dann unterbrochen.

Regelungen zu Radio und Internet.

Wer üblicherweise einen Fernseher am Arbeitsplatz hat, darf diesen auch nutzen, um das lang ersehnte WM-Spiel zu verfolgen. Radios sind weitaus häufiger am Arbeitsplatz anzutreffen: Für das Bundesarbeitsgericht zählt das Radiohören oder dessen Verbot zur Ordnung im Betrieb, die mitbestimmungspflichtig ist.

Das gilt grundsätzlich auch für das Sehen und Hören via Internet.

Hierbei dringend auf die Regelungen zur privaten Internetnutzung achten: Die Nutzung von Privathandys während der Arbeitszeit darf der Arbeitgeber ohne Mitwirken des Betriebsrats verbieten. Denn in diesem Fall ist das Arbeitsverhalten und nicht die betriebliche Ordnung betroffen. Die private Nutzung von dienstlichen Smartphones ist aber wiederum mitbestimmungspflichtig.

Bei der WM können gute Betriebsräte punkten.

Wie ihr sehen könnt, stehen euch einige Möglichkeiten zur Verfügung, um auch während euer Arbeitszeit in den Genuss kommen zu dürfen, anderen Leuten bei der sportlichen Verausgabung zuzuschauen ;-). Verpflichtend ist das allerdings nicht. Am besten bemüht ihr euch als Betriebsrat im Vorfeld der WM um eine Absprache mit eurem Arbeitgeber – der ist nämlich auch an motivierten Mitarbeitern und am allgemeinem Betriebsfrieden interessiert.

Also zusammensetzen und gemeinsam reden - nicht wenige Chefs finden großzügige Regelungen. Vormittags ordentlich klotzen und Leistung bringen, dann steht dem WM-Fieber am Nachmittag nichts mehr im Wege. Und vielleicht organisiert man ja auch ein gemeinsames Fußballgucken mit dazugehöriger Grill-Wurst – Teambuilding inklusive!

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