Wir stellen vor: Sebastian Seuffert, hauptamtlicher Bildungsreferent

Sebastian Seuffert ist 39 Jahre alt, hauptamtlicher Bildungsreferent am Bildungszentrum Lohr-Bad Orb, verantwortlich für die entgelt- und tarifpolitischen Seminare. Angefangen hat er in der Jugend- und Auszubildendenvertretung mit seiner ehrenamtlichen Bildungsarbeit, anschließend hat er Einstiegsqualifikationen für Betriebsrät*innen und Entgeltseminare angeboten. Sebastian ist in der Bildung der IG Metall gelandet, weil er sich gerne für andere einsetzt: „Den Nachkommenden spezielle Skills zu vermitteln, war schon damals in der Feuerwehr mein Job.“ Dort hat er jahrelang Jugendliche ausgebildet.

Aktuell muss er zu Hause ran. Seine zwei schulpflichtigen Kinder sitzen mit ihm Corona-bedingt vormittags im Home-Schooling. Im Anschluss geht es ins Home-Office. „Ein Spagat, der viel Kraft erfordert“, gesteht er zu und merkt an, dass seine Frau im Büro eines Handwerksunternehmens arbeitet.

Trotz seines jungen Alters konnte Sebastian vor seinem Wechsel zur IG Metall schon auf 18 Jahre betriebspolitischer Praxis zurückblicken. Seine Eindrücke von Bildungsarbeit damals: „Zu Beginn haben wir noch Frontalunterricht gemacht, dann kamen neue Lehrmethoden und Technik, die zu PowerPoint-Schlachten führten. Wir haben auch ganze Wände voll mit Metaplankarten planiert.“

Heute vertritt Sebastian die Auffassung: Lehre muss beweglich und vielfältig sein. Die Inhalte und Methoden sind stets an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Durch gezielte Fragestellungen versucht er heute die autodidaktischen Fähigkeiten seiner Teilnehmer*innen zu fördern und durch seine Erfahrungsimpulse zu flankieren, Hilfe zur Selbsthilfe also. Denn: „Da draußen im Betrieb sind wir ja auch nicht dauernd an ihrer Seite.“ Letztlich geht es ihm um die Förderung selbstständigen, eigenverantwortlichen und praxisnahen Lernens.

„Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“

– Benjamin Franklin –

Über welches Thema kannst du ohne Vorbereitung 30 Minuten referieren?

Oh, da gibt es viele. Auf Grund der aktuellen Situation würde ich Resilienz (Definition: psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen) wählen.

Drei Themen, die jede*r Betriebsrat*in/Aktive in diesem Jahr lernen sollte.

Konfliktfähigkeit, Umgang mit Rechtspopulismus/Verschwörungstheorien und Resilienz selbstverständlich.

Welches Buch sollte jeder gelesen haben? Warum?

Die Tarifvertragssammlung (natürlich die jeweils Passende). Denn nur wer weiß, was ihm tarifvertraglich zusteht, kann die Initiative zur Veränderung einleiten. Und wer keinem Tarifvertrag unterliegt wird erkennen, warum es wichtig ist Gewerkschaftsmitglied zu werden, um zu einem Tarifvertrag zu kommen.

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