Guido Brombach. Drei Fragen an unseren Medien und IT-Experten

Guido ist Bildungsreferent für digitale Kommunikation, Lernen und Medien im Bildungszentrum Sprockhövel. „Da jeder Mensch seine eigenen Lernstrategien entwickelt hat und Informationserwerb und Informationskonstruktion zunehmend durch digitale Medien vermittelt werden, ist es unerlässlich, auch im Seminarraum digitale ‚Kultur-Zugangsgeräte‘ zu nutzen.“ Zur Person Guido Brombach ist der Medien- und IT-Experte unter unseren Referent*innen. Das Tolle ist dabei, dass seine Technik-Expertise um seinen sozialkritischen Verstand ergänzt wird. Daher sind seine Anschauungen auch niemals Ausdruck reiner Technikbegeisterung, sondern ihm geht es immer auch um die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen bestimmter Technologien. Kurzum: Guido wirbt für unseren verantwortlichen Umgang mit den technischen Möglichkeiten. Er bleibt seinem Werdegang als Erziehungswissenschaftler treu und verfolgt einen aufklärenden pädagogischen Ansatz. Seminarangebot Dies spiegelt sich auch in Guidos Lehrangeboten wider: Einerseits stellt er in seinen Seminaren digitale Anwendungen vor, die uns dabei helfen, unsere Aufgaben besser zu bewältigen. Wir lernen, wie wir durch digitale Tools unsere Projekte besser managen oder unsere Kommunikation im Team besser durchführen können. Andererseits macht uns Guido auch mit den Problemen des Datenschutzes vertraut. Für eines seiner Seminare hat Guido einen Bot, also einen Kommunikations-Roboter entwickelt, um den Teilnehmenden in Simulationen verständlich zu machen, wie ihre Daten durch kommerzielle Systeme genutzt werden. Ein anderes Seminar wiederum beschäftigt sich mit den ethischen Implikationen von Algorithmen als selbständige Entscheidungsinstanzen. Drei Fragen an Guido Über welches Thema kannst du ohne Vorbereitung 30 Minuten referieren? Eines der Themen, die ich aus dem Effeff beherrsche, sind die 6 Grundgesetze des Digitalen. Nämlich die Öffentlichkeit, die Kopierbarkeit, die Durchsuchbarkeit, die Vernetztheit, die Raum- und Zeitsouveränität sowie die Berechenbarkeit. Ich habe dazu auch ein interaktives Whiteboard veröffentlicht, dass ihr euch gerne hier anschauen könnt. Was sind die drei wichtigsten Kompetenzen, die sich Betriebsrat*innen und Aktive in diesem Jahr aneignen sollten? Na das liegt auf der Hand: Kollaboratives Arbeiten, die Bedienung eines Videokonferenz-Tools und die Benutzung eines Passwort-Managers zur Aufbewahrung sehr vieler Passwörter. Welches Buch sollten wir alle gelesen haben? Und warum? „Das metrische Wir – Über die Quantifizierung des Sozialen“ von Steffen Mau. Der Autor beschäftigt sich mit einem gesellschaftlichen Trend, der mit der Digitalisierung einhergeht, nämlich der „Verdatung“ aller Lebensbereiche. Dabei spielt es – erschütternder Weise – keine Rolle, ob der oder die Einzelne sich absichert, technisch aufgeklärt das Smartphone nutzt oder auf andere Möglichkeiten zurückgreift, weil das dahinterliegende Mindset der Berechenbarkeit und der Bewertung unser soziales Zusammenleben grundlegend verändert hat.

Guido Brombach. Drei Fragen an unseren Medien und IT-Experten